Zürcher Malerlernende bekommen Berufspass
Irene Meli, die Organisatorin der Berufspassübergabe und Präsidentin der Verbands Zürcher Malerunternehmer, eröffnete den Anlass. «Vor kurzer Zeit haben die Prüfungsexperten in die Gesichter von angespannten und rauchenden Köpfen geschaut», sagte sie.
Doch die Absolventinnen und Absolventen des QV seien super vorbereitet gewesen dank «Disziplin, Durchhaltevermögen, Geduld und den richtigen Menschen an eurer Seite». Damit meinte Meli Berufsbildner/innen, Lehrpersonen, Familienmitglieder, Freundinnen und Freunde. Für diese gab es einen grossen Applaus.
Dann kam der erste Auftritt von Monika Romer. Die Comedienne und Musikerin lockerte die Berufspassübergabe durch flotte Sprüche, Wortwitz und Lieder mit Hintersinn auf.
Ein Rat für die Jungmaler
Der nächste Gratulant war Marcel Widmer, kantonaler Berufsinspektor. «Es freut mich immer wieder, wenn ich junge Leute sehe, die gekämpft und etwas erreicht haben», sagte er. Er wünschte auch den Berufsbildnern und Lehrern, die immer auf dem neusten Stand in Sachen Technik und Umgang mit der Jugend seien, alles Gute für die Zukunft. Und er gab den Jungmalerinnen und -malern einen Rat, dessen Sinn sie womöglich erst in ein paar Jahren begreifen werden: «Ein gutes Leben ist ein diszipliniertes Leben.»
Natalie Kunz, die Leiterin des Bildungszentrums in Wallisellen, sprach von einem «besonderen Tag, auf den Sie jahrelang hingearbeitet haben». Die ehemaligen Lernenden hätten in anspruchsvollen Momenten ihren Durchhaltewillen gezeigt. «Darauf dürfen Sie stolz sein!»
Nun gehe ein Kapitel zu Ende und ein neues beginne, stellte Kunz fest, nämlich der Start in einen lebenslangen Lernprozess auf einem soliden Fundament. Sie forderte die Anwesenden dazu auf, ihre Chance und damit eine der vielen Möglichkeiten zur Weiterbildung zu nutzen
David Stahel, der Präsident des Malerunternehmer-Verbands Winterthur und Umgebung, hob die Vorzüge des dualen Bildungssystems hervor. Dieses sorgt einerseits für eine sehr niedrige Jugendarbeitslosigkeit. Anderseits haben Personen mit einer abgeschlossenen Grundbildung ein kleineres Risiko, in ihrem Leben arbeitslos zu werden, als Personen ohne. «Wenn Sie eine Weiterbildung machen, ist das Risiko auch kleiner als bei Uni-Absolventen», sagte Stahel. Er wies darauf hin, dass aufbauend auf der Malerlehre neuerdings auch ein Bachelor (Projektleiter/in) und ein Master (Meister/in) erreicht werden können.
Erfahrene Berufsarbeiter
Für Stefan Siegrist, den Vizepräsidenten des Zürcher Malermeister-Verbands, schloss sich ein Kreis. «David Stahel war mein Berufschullehrer und nun darf ich nach ihm auf dieser Bühne stehen», erklärte er. Siegrist erinnerte die frischgebackenen Maler-Fachkräfte daran, dass sie vor zwei oder drei Jahren zu Beginn der Lehre von erfahrenen Berufsarbeitern aufgenommen und betreut worden seien. Jetzt seien sie diese Berufsarbeiter und damit schliesse sich auch für sie ein Kreis. «Die nächste Generation kommt, geben Sie Ihre Erfahrung weiter!»
Den Reigen der Gratulanten schloss Markus Hofstetter von der Schule für Gestaltung. Er zitierte Galileo Galilei: «Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich zu entdecken.» Dies sei in den letzten drei Jahre auch sein Credo als Berufschullehrer gewesen. «Ich habe mit Freude beobachtet, wie ihr den Malerberuf ernst genommen und gern bekommen habt.»
Anschliessend wurden die Maler/innen und Malerpraktiker/innen mit einer Note von 5 oder mehr ausgezeichnet. Die Besten sind Kim Rinderknecht (EFZ, 5,2) und Chiara Mia Müller (EBA, 5,1). Dann gings an den Apéro.
Text und Bilder: Raphael Briner
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