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Eine Wand, die sich aufrollen lässt

Putz und Tapete zu kombinieren: Das hat ein italienisches Unternehmen geschafft. Die Herstellung des Produkts vereint traditionelles Handwerk und moderne Technik.
27.11.2025 Wissen
  • Demonstration an der Messe Heimtextil: Die Putztapete entsteht in Handarbeit.

    Demonstration an der Messe Heimtextil: Die Putztapete entsteht in Handarbeit.

Nie zuvor hat man eine Wand gesehen, die aufgerollt wird und nicht zerbröckelt: So beschreibt der italienische Hersteller Affreschi & Affreschi den Überraschungseffekt, der sich einstellt, wenn man sein Produkt das erste Mal sieht.

Es handelt sich um eine Putztapete. Affreschi ist denn auch das italienische Wort für Fresken. Das Grundprodukt wird handwerklich hergestellt. Gipser ziehen auf eine mit einem Netz verstärkte Folie eine Putzschicht auf und reiben diese ab. Der Sumpfkalk-Putz enthält unter anderem Marmor aus Carrara und römischen Travertin als Zuschlagstoffe. Dann kommen die Tapetenbahnen in einen Plotter, der sie mit individuell wählbaren Designs bedruckt. Möglich sind auch Strukturen, die mit Silikonschablonen in den Putz gepresst werden. Die Verarbeitung der bis zu 160 mal 500 Zenti­meter messenden Rollen ist gleich wie bei herkömmlichen Tapeten.

Viel Arbeit dahinter

Ivan Accoto ist Gipserunternehmer in Netstal GL und Vorstandsmitglied des SMGV Gipser Zürich Land. Er wendet die Tapeten von Affreschi & Affreschi an und ist für deren Vertrieb in der Schweiz zuständig. «Sie sind einzigartig und es steckt viel Arbeit dahinter», sagt er. Die Entwicklung des Produkts und der Drucker habe rund 20 Jahre gedauert.

Accoto ist sich bewusst, dass es sich um ein «Luxusprodukt» handelt, das sich nicht alle leisten wollen oder können. Er sieht darin aber eine Chance für Gipserunternehmen, die ihrer Kundschaft etwas Edles und Hochwertiges bieten möchten.

 

Text und Bild: Raphael Briner

 
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