Die urbane Wärmeinsel – wenn Städte zu Wärmespeichern werden
Die Auswirkungen des Klimawandels sind in Städten schon längst spürbar: Hitzetage nehmen zu, Sommer werden intensiver und dicht bebaute Räume erwärmen sich deutlich stärker als ihr Umland. Dieses Phänomen wird als «Urban Heat Island» (Städtische Hitzeinsel) bezeichnet. Besonders betroffen sind Quartiere mit hohem Versiegelungsgrad.
Asphalt, Beton und Fassaden speichern grosse Mengen Sonnenenergie. Natürliche Grünflächen hingegen kühlen durch Verdunstung und Beschattung. Dieser Effekt fehlt in vielen Städten zunehmend. Die Folge: Oberflächen heizen sich stark auf und geben die gespeicherte Wärme selbst nachts wieder an die Umgebung ab. Neben Strassen und Plätzen spielen auch Fassaden eine entscheidende Rolle, denn Gebäudehüllen nehmen einen erheblichen Teil der Sonnenenergie auf.
Städte reagieren
Viele Städte reagieren inzwischen mit Strategien gegen urbane Überhitzung. Zürich setzt beispielsweise auf Begrünungen und testet hellere Strassenbeläge, die weniger Wärme speichern als dunkler Asphalt. Damit zeigt sich: Die Wahl geeigneter Materialien und Oberflächen wird im urbanen Raum immer wichtiger.
Neben Stadtplanung und Begrünung gewinnen innovative Fassadensysteme zunehmend an Bedeutung. Besonders IR-reflektierende Beschichtungen (IR = Infrarot) reduzieren die Wärmeaufnahme von Gebäudeoberflächen deutlich, indem sie einen grossen Teil der Sonnenstrahlung reflektieren. Entscheidend ist dabei der sogenannte TSR-Wert (Total Solar Reflectance), der das Reflexionsvermögen einer Oberfläche beschreibt. Je höher dieser Wert ist, desto geringer fällt die Erwärmung aus. Moderne IR-reflektierende Fassadenfarben ermöglichen selbst bei dunklen Farbtönen deutlich kühlere Oberflächen.
Keim Coolit – mit kühlendem Effekt
Mit Keim Coolit steht ein mineralisches Sol-Silikat-Anstrichsystem zur Verfügung, das speziell für wärmebelastete Fassaden entwickelt worden ist. Die IR-reflektierende Pigmentierung reduziert die Oberflächentemperatur und verringert die Wärmeeintragung in die Gebäudehülle. Gleichzeitig sinkt die thermische Belastung der Fassadenkonstruktion, wodurch sich Spannungen und langfristige Schäden reduzieren lassen.
Fazit: Klimaresiliente Fassaden gewinnen mit zunehmender Verdichtung der Städte weiter an Bedeutung. Mineralische, IR-reflektierende Beschichtungssysteme verbinden Nachhaltigkeit, Bauphysik sowie Gestaltung und leisten so einen messbaren Beitrag zur Reduktion urbaner Hitze.
Text und Bild: Keimfarben AG