Carmen Bircher ist Zugerin des Jahres
Die «Zuger Zeitung» präsentiert regelmässig einen Zuger oder eine Zugerin des Tages. Diesen Titel erhielt die 22-jährige Malerin Carmen Bircher, nachdem sie an den EuroSkills Gold geholt hatte. Die Leserinnen und Leser der Zeitung konnten nun online abstimmen, wer von elf Personen und einem Fisch Zugerin oder Zuger des Jahres wird. Bircher, die bei der Maler Huwiler AG in Hünenberg arbeitet, vereinte fast einen Drittel der Stimmen auf sich und ist Zugerin des Jahres. Der SMGV gratuliert herzlich!
Wie haben Sie von der Wahl zur Zugerin des Jahres erfahren?
Carmen Bircher: Mein Vater hat das Voting per Zufall beim Zeitungslesen entdeckt und mich darauf aufmerksam gemacht. Davor wusste ich noch gar nicht, dass ich nominiert war. Danach haben wir das Voting fast täglich verfolgt, und dann habe ich im Ticker gesehen, dass ich gewonnen habe.
Können Sie sich erklären, wieso die Leserinnen und Leser Sie gewählt haben?
Nachdem meine Familie davon erfahren hatte, wurde das Onlinevoting fleissig auf Whatsapp im Status geteilt, vorwiegend von meinem Götti (lacht). Auch auf Instagram wurde es teilweise gepostet. Ich denke, dadurch haben viele davon erfahren und für mich gevotet.
Viele Zugerinnen und Zuger haben von Ihrer Teilnahme an den Euroskills 2025 erfahren und sie fleissig mitverfolgt. Hat sich durch Ihren Sieg viel verändert?
Im Alltag hat sich grundsätzlich nicht allzu viel geändert. Bei der Arbeit werde ich jedoch ab und zu von der Kundschaft erkannt. Diese Interaktionen sind immer besonders «herzig», und es ist für mich auch eine Ehre, dass es so viele mitbekommen haben. Damit hätte ich nie gerechnet.
Wie haben Sie sich auf die Meisterschaft vorbereitet?
In der Vorbereitungszeit lebte ich neun Monate lang wie in einer Blase. Meine Hobbys wie zum Beispiel das Unihockey hatte ich vollständig aufgegeben und mich nur noch auf die Euroskills konzentriert. Natürlich litten darunter auch Familie und Freunde ein wenig, aber sie unterstützten mich trotzdem enorm. Auch meine Expertin Daniela Ziller hat mir sehr geholfen, indem sie dafür gesorgt hat, dass alles klappt. In meinem Betrieb durfte ich mir eine Nische zum Üben einrichten, und meine Vorgängerinnen der Swiss- und Euroskills standen auch jederzeit für Fragen zur Verfügung.
Wie waren die Reaktionen auf Ihren Sieg?
Sie waren unglaublich positiv. Meine Eltern, mein Bruder, mein Freund und mein Chef kamen mit nach Dänemark, um mich zu unterstützen, und freuten sich riesig. Viele Reaktionen kamen aber auch von ausserhalb. Nach meinem Sieg habe ich sogar Nachrichten bekommen von Menschen, mit denen ich schon jahrelang keinen Kontakt mehr gehabt hatte, was mich sehr überraschte.
Welche beruflichen Ziele haben Sie?
Ich arbeite weiterhin als Malerin und denke, das wird auch noch einige Zeit so bleiben. Um mich in Themen rund um Dekoration zu vertiefen, absolviere ich eine Weiterbildung. Da kann ich auch etwas kreativer arbeiten. 2027 finden die Schweizer Berufsmeisterschaften Swissskills wieder statt, ich könnte mir gut vorstellen, dort als Expertin dabei zu sein.
Interview: Flavia Baroni
Bild: SwissSkills / Michael Zanghellini
Quelle: «Zuger Zeitung»