Gipser und Akustiker gemeinsam zum Ziel
Zu seinem 125-Jahr-Jubiläum machte sich der Verein Appenzellerland Tourismus AI selbst ein Geschenk: Er kaufte sich ein Gebäude direkt am Landsgemeindeplatz in Appenzell für 2,85 Millionen Franken und liess es für weitere 1,3 Millionen umbauen. Unter anderem standen Dach-, Fenster- und Fassadensanierungen an. Eine Klimaanlage sowie Massnahmen für Brandschutz, Arbeitssicherheit und IT-Infrastruktur gehörten ebenfalls zum umfangreichen Ausbau des Gebäudes.
Akustische Überlegungen spielten bei den Arbeiten eine grosse Rolle. Sie waren durchaus anspruchsvoll, denn das Gebäude vereint ganz unterschiedliche Nutzungen unter seinem Dach. Im zweiten Untergeschoss wurde unter anderem ein Palettenlager für Prospekte eingerichtet. Im ersten Untergeschoss befindet sich mit der Engel-Stube ein Veranstaltungslokal, in dem unter anderem 300 Jodelkurse pro Jahr stattfinden sollen, wie Geschäftsführer Guido Buob gegenüber der Appenzeller Zeitung zu Protokoll gab.
Im Erdgeschoss ist die eigentliche Tourist Information beheimatet, im ersten Obergeschoss liegen die für den Betrieb benötigten Büroräume. Das zweite Obergeschoss beherbergt eine Wohnung. Sie war beim Projekt aussen vor und wird erst jetzt separat in Angriff genommen.
Knackpunkt offenes Treppenhaus
Die Engel-Stube war der Hauptgrund, weshalb die Bauherrschaft und das für die Arbeiten federführende Büro Thomas Rusch Bauplanung aus Gontenbad AI die Dienste der Bauphysik- und Energie-Spezialisten von Herrmann Partner aus Andelfingen ZH in Anspruch nahmen. «Es galt, sowohl die Raumakustik als auch die Bauakustik zu thematisieren», sagt Michael Walk. Er ist Physiker, Senior Projektleiter und Partner des interdisziplinären Ingenieurbüros. Ein Knackpunkt der bauakustischen Überlegungen war das offene Treppenhaus, das die Engel-Stube mit dem Erdgeschoss verbindet; zudem steht dicht am Gebäude der Tourist Information ein Wohngebäude.
Für die Raumakustik bei ständigen Arbeitsplätzen – also den Büroräumen und der Tourist Information selbst – bestehen Anforderungen seitens des Arbeitsgesetzes. Bei einem Eventlokal wie der Engel-Stube gibt es zwar keine gesetzlichen Vorgaben, jedoch Normen. «Bisher richtete man sich bei solchen Räumlichkeiten nach der deutschen DIN-Norm, ab Januar 2026 wird es auch eine SIA-Norm mit sehr ähnlichen Anforderungen geben», weiss Ingenieur Walk.
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