Messbare Nachhaltigkeit
Malermeister Andreas Both ist eine treue Seele: Der 61-Jährige absolvierte ab 1980 seine Lehre bei Stahel & Co. Dass er heute Geschäftsinhaber und Chef von 18 Mitarbeitenden ist, verdankt er einer Reihe äusserer Umstände und einem Schuss Zufall. Kein Zufall war, dass er sich schon früh Gedanken zum nachhaltigen Betrieb seines Unternehmens machte. In der Meisterschule hörte er zum ersten Mal vom Prinzip Emission-Transmission-Immission und sagte sich: Da kann man nicht tatenlos danebenstehen und zusehen.
«Ich merkte schnell, dass es eigentlich gar nicht so aufwendig ist, bei der Arbeit immer die Umwelt im Blick zu haben», sagt Both. Das Unternehmen schaffte eine Abwasserreinigungsanlage an, lang bevor das obligatorisch wurde; wässrige Farben gehörten schon zum Sortiment, bevor dies in der Branche Usus wurde. Zu Beginn sei er für diese Einstellung noch als «Grüner» belächelt worden. Bei seinen Kunden und Kundinnen stellte er jedoch fest, dass nachhaltige Massnahmen durchaus gefragt sind.
Qualitäts- und Umweltmanagement
Andreas Both beschloss, einen Schritt weiterzugehen: 1997 liess er seinen Betrieb als erstes Malerunternehmen im Kanton Zürich nach ISO 9001 und ISO 14001 zertifizieren. Erstere Norm beschäftigt sich mit innerbetrieblichem Qualitätsmanagement, letztere mit Umweltmanagement. «Es ging mir einfach darum, Standards zu erarbeiten und dadurch messbar und nachweislich immer besser zu werden», sagt der Malermeister.
Jährliche Audits und eine Neuzertifizierung alle drei Jahre sorgen dafür, dass die Bemühungen in beiden Bereichen konsequent umgesetzt werden. Könnte man dies nicht auch ohne Zertifizierungsaufwand erreichen? «Schon», sagt Both, «aber durch die regelmässigen externen Kontrollen wird verhindert, dass man die Dinge irgendwann schleifen lässt.»
Treue Mitarbeitende und Kunden
Direkte Vorteile am Markt brächten die ISO-Zertifizierungen zwar nicht, sagt der Malermeister. «Aber unsere Kundschaft und unsere Mitarbeitenden wissen, was sie von uns im Hinblick auf Ökologie, Gesellschaft, Ökonomie und Betriebskultur erwarten können.» Das sorgt für langjährige Mitarbeitende und eine zufriedene Kundschaft, die gern wieder Aufträge an Stahel & Co. vergibt. Nachhaltigkeit ist eben mehr als nur eine CO2-Bilanz - ganz nach dem Motto des Unternehmens: «Der Maler fürs Leben.».
Text: Erik Brühlmann und Marius Leutenegger
Bild: Erik Brühlmann