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Hervorragend vertieft

Die Vertiefungsarbeit bildet einen Teil des schriftlichen Qualifikationsverfahrens im allgemeinbildenden ­Unterricht in den Gipserberufen. Jährlich zeichnet die Berufsfachschule in Wallisellen die besten Arbeiten aus. Im Folgenden die Würdigung der vier herausragendsten.
14.07.2025 Grundbildung
  • Ausgezeichnet wurden Mitat Bahtijar, Angosom Mebrahtom, Luna Schaller und Giuseppe Ruberto (von links). Luca Adank, mit der besten EBA-Arbeit, fehlte krankheitsbedingt. Bahtijar rückte als Zweitbester spontan für das Foto nach, seine Arbeit erhielt jedoch keine Laudatio.

    Ausgezeichnet wurden Mitat Bahtijar, Angosom Mebrahtom, Luna Schaller und Giuseppe Ruberto (von links). Luca Adank, mit der besten EBA-Arbeit, fehlte krankheitsbedingt. Bahtijar rückte als Zweitbester spontan für das Foto nach, seine Arbeit erhielt jedoch keine Laudatio.

Cybersecurity

Wir nutzen immer mehr digitale Geräte, gleichzeitig werden deren Bedrohungen durch Hackerangriffe und Viren immer grösser. Darum muss man Daten, Netzwerke und Systeme schützen. Solcher Cybersecurity widmet sich die Vertiefungsarbeit (VA) von Giuseppe Ruberto. Sie gehe uns alle an, findet der Lernende. Er beschreibt in seiner EFZ-Arbeit detailliert und mit grossem Sachverstand, wie Cybersecurity funktioniert, welche Risiken es gibt und ­welche Herausforderungen die Zukunft bringt. Ein gekonntes Interview mit einem Cybersecurity-Experten erlaubt einen fachmännischen Einblick ins Thema. Auch eine selbst durchgeführte Umfrage und ein Überblick über aktuelle Forschungsprojekte auf diesem Gebiet bereichern diese Vertiefungsarbeit.

Giuseppe Ruberto, Klasse 3b EFZ

Ein Chromosom mehr – und jetzt?

Jedes Kind habe ein Recht auf ein schönes und lebenswertes Leben, «unabhängig davon, ob mit einem ­Syndrom, einer Krankheit oder gesund», schreibt Luna Schaller. In ihrer EFZ-Vertiefungsarbeit will sie auf­zeigen, dass die Diagnose Down-Syndrom zwar eingeschränkte Entfaltungsmöglichkeiten für die betroffene Person bedeute. Aber das Leben mit Trisomie 21, so die medizinische Bezeichnung, sei dennoch wertvoll und sinnvoll, wie jenes eines Menschen ohne diese Beeinträchtigung. Das Thema wird breit aufgefächert, wobei der Fokus auf soziale und ethische Fragen nie verloren geht. Möglichkeiten der Frühförderung durch Therapeuten gehören genauso dazu wie der konkrete Lebensalltag einer alleinerziehenden Mutter und ihrer Tochter mit Trisomie 21 oder ein facettenreicher ­Erlebnisbericht über einen Besuch in der alten Mühle Dotzigen, einem eindrücklichen Arbeits- und Wohnheim für Menschen mit und ohne Einschränkung.

Luna Schaller, Klasse 3c EFZ

Birsmattehof

Als Angosom Mebrahtom vor sechs Jahren in die Schweiz geflohen war, entdeckte er an seinem Wohnort den «Birsmattehof» – und war fasziniert von der Artenvielfalt und den Anbaumethoden des Bauernhofs. Deshalb hat er seine Vertiefungsarbeit genutzt, um sich intensiv mit dem Genossenschafts­modell des Hofs auseinanderzusetzen: Wie kann ein Bauernhof nachhaltig und wirtschaftlich sein? Was bedeutet es für einen landwirtschaftlichen Betrieb, die strengen Richtlinien von Bio Suisse einzuhalten? Und welche Bedeutung haben die Direktzahlungen vom Bund für die Existenzsicherung des Hofs? Mebrahtom hat sich dank seines Interviews mit einer Gemüsegärtnerin vom Hof nicht nur in den komplexen Kosmos eines Schweizer Bio-Bauernhofs eingearbeitet; er hat auch selber auf dem Hof mitgearbeitet, um zu verstehen, wie Lebensmittel in der Schweiz produziert werden.

Seine Arbeit wird durch einen faszinierenden Vergleich mit der Landwirtschaft in seinem Heimatland Eritrea abgerundet: Mebrahtom, selber Sohn von Bauern, stellt Thesen zur landwirtschaft­lichen Produktivität Eritreas auf, die nachdenklich stimmen.

Angosom Mebrahtom, Klasse 3D EFZ

Nippon Cars & Care

Japanische Autos haben Luca Adank schon von klein auf interessiert, vor allem durch seinen Grossvater sei er darauf gekommen, schreibt er in seiner EBA-Vertiefungsarbeit. In deren Mittelpunkt steht ein Bekannter aus seiner Wohn­gemeinde im Kanton Graubünden, der sich auf den Import japanischer Sammlerautos spezialisiert hat. Man nennt diese auch JDM-Autos, weil sie ursprünglich für den japanischen Markt (Japanese Domestic Market) hergestellt wurden. Der Zugang zu ihnen ist daher begrenzt und sie sind zu beliebten Sammelobjekten geworden. Adank beschreibt nachvollziehbar, wie der Import solcher Autos funktioniert, erklärt seine persönlichen Erfahrungen damit und findet im Interview auch heraus, dass die Raritäten-Autos wegen ihrer Auffälligkeit in der Schweiz nicht so beliebt sind.

Luca Adank, Klasse A2 EBA 

Laudationes: Roger Portmann und Christina Ruloff
Bild Cornelia Sigrist

Die Autoren: Roger Portmann und Christina Ruloff sind ABU-Lehrpersonen an der Berufsfachschule Gipser Wallisellen.

 
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